Heimtierregister: Wie ein Fundtier über den Chip nach Hause kommt
Ein Chip allein bringt kein Tier nach Hause. Erst der Eintrag in einem Register verbindet die Chipnummer mit einem Menschen. In Österreich und der Schweiz ist dieser Eintrag für Hunde vorgeschrieben und läuft über amtliche Datenbanken; in Deutschland gibt es keine bundesweite Pflicht, dafür kostenfreie Register von Tierschutzorganisationen.
Die Praxis ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: Sie setzt den Chip, sie meldet ihn – und sie liest ihn aus, wenn jemand ein Fundtier bringt.
Amtlich oder freiwillig
Österreich führt eine amtliche Heimtierdatenbank des Gesundheitsministeriums. In der Schweiz werden Hunde in AMICUS registriert, im Auftrag der Kantone; für Katzen und andere Heimtiere gibt es ANIS. Beide betreibt die Identitas AG.
In Deutschland sind die großen Register privat und für Halter kostenfrei: TASSO, ein eingetragener Verein, und FINDEFIX, das Register des Deutschen Tierschutzbundes. Ein gechipptes Tier ist dort erst dann auffindbar, wenn jemand es angemeldet hat.
Was die Praxis damit zu tun hat
Nach dem Chippen fehlt oft genau ein Schritt: die Registrierung. Manche Register lassen sich direkt aus der Praxissoftware bedienen – FINDEFIX nennt Schnittstellen zu easyVET, Vetera, VETINF und Animana, TASSO eine eigene Schnittstelle. Dann wird aus der Patientenakte gemeldet, ohne dass jemand die Chipnummer abtippt.
Der zweite Moment ist das Fundtier. Die Praxis liest den Chip aus und fragt die Nummer ab. Wer weiß, in welchen Registern er suchen muss, spart in diesem Moment die Zeit, die für das Tier und seine Familie zählt.
Warum das in eine Übersicht digitaler Praxislösungen gehört
Die Kategorie kam aus einem Kommentar: Der Moment des entlaufenen oder gefundenen Tiers kam in keinem Feld der Übersicht vor. Dabei ist er digital, er findet in der Praxis statt, und ob er gut ausgeht, hängt an einem Datensatz, den die Praxis anlegt.
Worauf Praxen bei der Auswahl achten
- Gibt es aus der eigenen Praxissoftware eine Schnittstelle zu einem Register, damit nach dem Chippen nichts abgetippt werden muss?
- Erfährt der Halter beim Chippen, dass die Registrierung ein eigener Schritt ist – und wer ihn übernimmt?
- In welchem Register wird gemeldet, und wer aktualisiert den Eintrag nach Umzug oder Halterwechsel?
- Wie fragt das Team eine Chipnummer bei einem Fundtier ab, und wer benachrichtigt den Halter?
- Bei Tieren aus einem anderen Land: Welches Register führt diesen Chip?
Heimtierregister & Fundtiere: die Anbieter
Register, in denen gechippte Tiere mit ihrem Halter verknüpft sind – damit ein Fundtier über die Chipnummer nach Hause findet. Alphabetisch sortiert, ohne Rangfolge.
| Anbieter | Kurzbeschreibung | Märkte |
|---|---|---|
| AMICUS | Nationale Datenbank zur Registrierung von Hunden in der Schweiz, im Auftrag der Kantone; registriert wird durch die Tierärztin oder den Tierarzt. | Schweiz |
| ANIS | Schweizer Datenbank zur Registrierung von Heimtieren, vorwiegend Katzen; gechippt und gemeldet wird über die Tierarztpraxis. | Schweiz |
| FINDEFIX | Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, kostenfrei; Praxen registrieren direkt aus der Praxissoftware, u. a. aus easyVET, Vetera, VETINF und Animana. | nicht geprüft |
| Heimtierdatenbank Österreich | Amtliche Heimtierdatenbank des österreichischen Gesundheitsministeriums; die Meldung kann der chippende Tierarzt im Auftrag des Halters übernehmen. | Österreich |
| TASSO | Kostenfreies Haustierregister; Praxen registrieren per Schnittstelle oder Formular und fragen Transpondernummern ab. Dazu eine Tierarztsuche mit kostenlosem Praxiseintrag. | Deutschland, Österreich, Schweiz |
Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Fehlt ein Anbieter? Hinweise sind erwünscht.
Wo die Kategorie aufhört
Die Übersicht trennt zwölf Lösungsfelder. Die Grenzen dazwischen sind der eigentliche Inhalt – hier verlaufen sie:
- Praxissoftware (PIMS) — Ob aus der Patientenakte heraus registriert werden kann, entscheidet die Praxissoftware mit ihren Schnittstellen.
- Tierhalter-App / Patientenportal — Ein Register verbindet Tier und Halter für den Notfall. Den laufenden Kontakt zwischen Praxis und Halter tragen Apps und Portale.
- Tierärzte-Suchmaschinen — Die Gegenrichtung: Dort sucht der Halter die Praxis, hier sucht die Praxis den Halter. TASSO betreibt beides.
Was dieser Artikel nicht leistet
Keine Rechtsberatung zu Kennzeichnungs- und Meldepflichten. Die Regeln unterscheiden sich nach Land und Tierart, in Deutschland teils nach Bundesland. Kosten stehen hier nur, wo die Register sie selbst nennen.
Keine Rechtsauskunft. Rechts-, Gebühren- und berufsrechtliche Fragen werden hier nicht beantwortet. Zuständig sind die Tierärztekammern und die jeweils geltenden Vorschriften.
Alle zwölf Lösungsfelder
Die interaktive Marktübersicht zeigt alle aufgenommenen Anbieter auf einen Blick. Diese Artikel erklären die einzelnen Felder:
- 1 Digitale Sichtbarkeit & Neukundengewinnung
- 2 Online-Terminvereinbarung
- 3 Intake-Fragebögen & Self-Check-in
- 4 KI-Dokumentations- & Praxisassistenten
- 5 Branchen-Newsletter
- 6 Praxissoftware (PIMS)
- 7 Online-Videosprechstunde
- 8 Praxiseigene Videosprechstunde
- 9 Tierhalter-App / Patientenportal
- 10 Tierärzte-Suchmaschinen
- 11 Klinisches Wissen & Arzneimittel
- 12 Heimtierregister & Fundtiere — Sie sind hier